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Die Top Fünfzehn

31.03.2013 von Redaktionsarchiv mittelhessen.de

Wirtschaftsstandort Lahn-Dill-Kreis: die größten Arbeitgeber

Dillenburg/Haiger/Herborn. Knapp 86.000 Arbeitsplätze gibt es im Lahn-Dill-Kreis. Hinzu kommen rund 26.000 Minijobs, also 400-Euro-Jobs. Wo sind sie angesiedelt, welche der 6.223 Betriebe im Lahn-Dill-Kreis sind die größten Arbeitgeber? Eine Rangliste anhand der Arbeitsplätze im Kreisgebiet. Dabei handelt es sich um Angaben der Unternehmen. Umsatz- und Gewinn-Zahlen stammen aus den aktuellen Geschäftsberichten, meist für 2011.

1 Friedhelm-Loh-Gruppe, Haiger:

Mit deutlichem Abstand größter Arbeitgeber im Lahn-Dill-Kreis ist die Friedhelm-Loh-Gruppe in Haiger. Sie beschäftigt in den Tochtergesellschaften an den Standorten in Herborn, Haiger, Dietzhölztal-Rittershausen, Eschenburg-Wissenbach und Dillenburg rund 5100 Mitarbeiter. Ein Unternehmenssprecher schätzt die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf etwa 11 500. Darunter sind in Deutschland 245 Auszubildende.

Der Konzern erzielte 2011 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Der größte Teil des Umsatzes (1,5 Milliarden Euro) wird in Europa erwirtschaftet. Zu dem Loh-Konzern gehören vor allem diese beiden Zweige: Rittal, das Schaltschränke baut, also Metall-Schränke mit elektrischen Schaltungen darin, sowie Serverschränke. Außerdem der Stahlproduzent Stahlo mit Sitz in Dillenburg. Rittal ist das Ursprungsunternehmen des Konzerns, wurde 1961 von Friedhelm Lohs Vater Rudolf gegründet, hat seinen Sitz in Herborn und beschäftigt zurzeit weltweit knapp 10 000 Mitarbeiter.

Unternehmer Friedhelm Loh (66) aus dem Dietzhölztaler Ortsteil Ewersbach ist auch Vizepräsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) sowie der reichste Mensch im Lahn-Dill-Kreis. Sein Vermögen wird auf 2,6 Milliarden Dollar geschätzt. Damit belegt er in der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt Platz 554.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: rund 5100
  • Mitarbeiter weltweit: zirka 11 500
  • Umsatz: 2,1 Milliarden Euro
  • Gewinn: 232 Millionen Euro

2 Lahn-Dill-Kliniken, Wetzlar:

Die 2001 gegründete Lahn-Dill-Kliniken GmbH in Wetzlar hat ihre Klinik-Standorte in Wetzlar, Dillenburg und Braunfels. Sie beschäftigte laut Konzernbericht im Jahr 2011 durchschnittlich 1882 Mitarbeiter. Davon waren 239 im Ärztlichen Dienst und 800 im Pflegedienst tätig.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 1882
  • Umsatz: 125 Millionen Euro
  • Gewinn: 4,3 Millionen Euro

3 Buderus-Edelstahl, Wetzlar:

Die Buderus Edelstahl GmbH in Wetzlar beschäftigt laut Geschäftsbericht 1347 Mitarbeiter und machte im Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von 435 Millionen Euro. Ab 1. April dieses Jahres wird die Gesellschaft aber mit der Buderus Edelstahl Schmiedetechnik GmbH, ebenfalls in Wetzlar, fusioniert. Zusammen haben sie rund 1550 Mitarbeiter, alle am Standort Wetzlar, und einen Umsatz von 529 Millionen Euro.

Der 1920 gegründete Stahlproduzent gehört seit 2007 zum österreichischen Stahlkonzern Voestalpine AG in Linz, davor auch kurzzeitig zur Robert-Bosch GmbH.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: rund 1550
  • Umsatz: 529 Millionen Euro
  • Gewinn: 24,1 Millionen Euro (nur Buderus Edelstahl GmbH)

4 Sell, Herborn:

Die Sell GmbH mit Sitz in Herborn ist eine Tochtergesellschaft der Sell Holding Germany GmbH in Herborn, die wiederum zu 100 Prozent in die Zodiac Aerospace SA, im französischen Plaisir eingegliedert ist. Die Sell GmbH hat zurzeit 1498 Mitarbeiter, davon 1420 in Herborn, und fertigt in Herborn Flugzeugküchen sowie elektrische Geräte für Flugzeugküchen (Öfen) am Standort in Herborn-Burg. Kunden sind vor allem die Flugzeughersteller Airbus und Boeing.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 1420
  • Mitarbeiter deutschlandweit: 1498
  • Umsatz: 190 Millionen Euro
  • Gewinn: 38 Millionen Euro

5 Kreisverwaltung, Wetzlar, Dillenburg, ...

In der Verwaltung des Lahn-Dill-Kreises sind insgesamt 1112 Menschen beschäftigt (Stand: 31. Dezember 2011) - von der Reinigungskraft in der Schulturnhalle bis zum Landrat; ob Bauamt, und Schulamt in Wetzlar, die jeweiligen Zweigstellen in Dillenburg, Veterinär- sowie Gesundheitsamt in Herborn oder Altenpflegeschule in Haiger. Nicht eingerechnet sind die Eigenbetriebe, also Lahn-Dill-Akademie (Volkshoch- und Musikschule) sowie Abfall- und Energiewirtschaft Lahn-Dill, ebensowenig die vom Kreis getragenen Lahn-Dill-Kliniken. 2012 hatte der Kreis in seinem Haushalt Ausgaben von rund 273 Millionen Euro eingeplant und ein Minus von rund 31 Millionen Euro erwartet.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 1112
  • Haushaltsvolumen (Aufwendungen): 273 Millionen Euro
  • Minus: 31 Millionen Euro

6 Küster, Ehringshausen:

Die Küster-Gruppe mit Sitz in Ehringshausen beschäftigte laut Geschäftsbericht Ende 2011 insgesamt 2034 Mitarbeiter, davon zirka 950 in seinen Werken in Ehringshausen und Aßlar. Küster ist ein Automobilzulieferer und stellt unter anderem Bremssysteme, Schaltsysteme, Fensterheber und Türmodule für VW, BMW, Ford, Audi, Opel, Toyota und so weiter her.

Das Unternehmen wurde 1926 in Werdorf gegründet und flocht damals Drahtseile. 1932 siedelte der Betrieb nach Ehringshausen um. 1942 folgte der erste Vertrag mit VW, Küster lieferte Bremsseile für den Käfer.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: zirka 950
  • Mitarbeiter weltweit: 2034
  • Umsatz: 365 Millionen Euro
  • Gewinn: 12,7 Millionen Euro

7 Vitos-Klinik, Herborn

Zur Vitos Herborn gemeinnützige GmbH gehören die Psychiatrie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Klinikum hat fast 170 Betten sowie weitere 70 für die Jugendpsychiatrie. Außerdem gehören zu der Gesellschaft die "Begleitende Psychiatrische Dienste" mit zum Beispiel Betreutem Wohnen für chronisch psychisch Kranke ( Psychose und Sucht, Alkohol- und Drogenfolgeerkrankungen sowie Demenzen) sowie die "Heilpädagogische Einrichtung", die Menschen mit geistiger Behinderung betreut.

Vitos beschäftigt in Herborn 901 Mitarbeiter, im Klinikverbund mit Weilmünster und Hadamar (beide im Landkreis Limburg-Weilburg) mehr als 2000.

Die Vitos-Klinik ging aus der 1911 eröffneten "Landesheil- und Pflegeanstalt Herborn" hervor.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 901
  • Umsatz: 44 Millionen Euro
  • Gewinn: 3 Millionen Euro

8 Bosch Thermotechnik, Wetzlar:

Die Bosch Thermotechnik GmbH hat ihren Hauptsitz mit 460 Beschäftigten in Wetzlar sowie ein Werk im Eschenburger Ortsteil Eibelshausen mit 330 Beschäftigten. Im benachbarten Kreis Gießen arbeiten rund 1400 Personen im Werk in Lollar. Insgesamt hat das Unternehmen 20 Produktionsstandorte in zehn Ländern und weltweit 13 700 Beschäftigte. Bosch Thermotechnik stellt unter anderem Heizkessel und Wärmepumpen her und gehört zum Robert-Bosch-Konzern im baden-württembergischen Gerlingen (weltweit 300 000 Mitarbeiter). Die Wetzlarer Tochtergesellschaft ging 2008 aus dem Unternehmen BBT hervor, einem Zusammenschluss von Bosch Thermotechnik und Buderus Heiztechnik.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 790
  • Mitarbeiter weltweit: 13 700
  • Umsatz: 3,1 Milliarden Euro
  • Gewinn: keine Angaben

9 Leica Microsystems, Wetzlar:

Die Leica Microsystems CMS GmbH in Wetzlar stellt Mikroskope her und hat 694 Mitarbeiter, sie führt ihre Gewinne an die Leica Microsystems Holding (15 Mitarbeiter) ab, diese führt ihre Gewinne an die Leica Microsystems GmbH (53 Mitarbeiter) ab, diese führt ihre Gewinne an den US-amerikanischen Mutterkonzern Danaher ab.

Leica Microsystems ging - ebenso wie die Leica Camera AG - aus der Wetzlarer Ernst Leitz GmbH hervor und wurde 1986 von dieser Gesellschaft abgespalten.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: rund 760
  • Umsatz: 234 Millionen Euro
  • Gewinn: 20 Millionen Euro

10 Outokumpu-Nirosta, Dillenburg:

Das Dillenburger Stahlwerk hat 715 Mitarbeiter. Es walzt und bearbeitet Edelstahl, das dann unter anderem für Haushaltswaren wie Spülen und Waschmaschinen verwendet wird. Das Werk nahm seinen Betrieb 1959 auf und gehörte damals noch zur "Stahlwerke Südwestfalen AG" in Siegen, seit 2002 dann zu ThyssenKrupp. Anfang dieses Jahres übernahm der finnische Stahlkonzern Outokumpu das Werk.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 715
  • Umsatz: keine Angaben
  • Gewinn: keine Angaben

11 Leica Camera AG, Solms (demnächst Wetzlar):

Die Leica Camera AG stellt Fotoapparate, Fernrohre und Ferngläser her, größter Absatzmarkt ist Asien. Die Aktiengesellschaft hat laut Geschäftsbericht 1187 Mitarbeiter, davon 665 am Hauptsitz in Solms. Ab November will das Unternehmen zurück nach Wetzlar ziehen, in seine Neubauten im Leitz-Park.

Der Ursprung des Kamera-Herstellers geht auf die optischen Werken in Wetzlar zurück, wo seit 1849 Mikroskope gefertigt wurden. Mitarbeiter Oskar Barnack entwickelte schließlich - nach Firmenangaben - "die erste erfolgreiche Kleinbildkamera der Welt: die Ur-Leica"; 1924 ging sie in Serie. Der Name Leica steht übrigens für Leitzsche Camera. Das Unternehmen wurde 1986 aus der Ernst Leitz GmbH in Wetzlar abgespalten (ebenso wie der Mikroskop-Hersteller Leica Microsystems) und zog damals nach Solms um.

Die Leica Camera AG gehört inzwischen der Lisa Germany Holding GmbH, einem Tochterunternehmen der österreichischen ACM Projektentwichklung GmbH in Salzburg.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 665
  • Mitarbeiter weltweit: 1187
  • Umsatz: 297 Millionen Euro
  • Gewinn: 39,2 Millionen Euro

12 Isabellenhütte Heusler, Dillenburg

Die Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG geht bis auf das Jahr 1482 zurück und gilt als ältester Industriebetrieb in Hessen. Damals wurde die "Kupferhütte auf der Nanzenbach" erstmals urkundlich erwähnt. 1728 wurde sie in Isabelle Kupferhütte umbenannt, 1827 von der Familie Heusler übernommen. Bis heute ist sie ein Familienunternehmen.

Die Isabellenhütte fertigt unter anderem elektronische Widerstände und Werkstoffe zur Temperaturmessung. Die Geselschaft beliefert zum Beispiel Auto, Elektro- und Elektronikindustrie. Am Firmensitz in Dillenburg sind 650 Mitarbeiter beschäftigt.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 650
  • Mitarbeiter weltweit: 680
  • Umsatz: 96 Millionen Euro
  • Gewinn: 4,8 Millionen Euro

13 Linde und Wiemann, Dillenburg:

Die Linde und Wiemann GmbH-KG mit Hauptsitz in Dillenburg ist Automobilzulieferer. Das Unternehmen mit seinen 1897 Mitarbeitern weltweit, davon 625 in den Lahn-Dill-Kreis-Standorten Dillenburg, Manderbach, Niederscheld und Ballersbach, stellt Karosserie-Teile für Autos her, fürs Cockpit, A- und B-Säulen, Schweller und Fahrwerk sowie Teile für die Sitze. Das Unternehmen wurde 1939 gegründet.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 625
  • Mitarbeiter weltweit: 1897
  • Umsatz: 386 Millionen Euro
  • Gewinn: 4 Millionen Euro

14 Pfeiffer Vacuum, Aßlar:

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG in Aßlar baut vor allem Pumpen zur Vakuumerzeugung, Vakuumkammern, Vakuummess- und -analysegeräte. Unter Vakuum entstünden weltraumähnliche Druckbedingungen - Voraussetzung für die Herstellung vieler Hightech-Produkte, so das Unternehmen. Pfeiffer Vacuum, 1890 gegründet, beschäftigt weltweit insgesamt 2256 Mitarbeiter. Zu dem Konzern gehören 26 Unternehmen. Die Haupt-Produktionsstandorte sind in Aßlar und im französischen Annecy.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 615
  • Mitarbeiter weltweit: 2256
  • Umsatz: 461 Millionen Euro
  • Gewinn: 45,3 Millionen Euro

15 Klingspor, Haiger:

Die Klingspor-Gruppe stellt Schleifmittel (zum Beispiel Schleifbänder und -blätter sowie Diamantscheiben) und Trennscheiben her. Sie beschäftigt laut dem Konzernabschluss für das Jahr 2010 weltweit insgesamt 2352 Mitarbeiter an zurzeit 36 Standorten, davon nach eigenen Angaben 501 im Stammwerk in Haiger. Klingspor wurde 1893 zunächst als Leimfabrik in Siegen gegründet. 1955 baute das Unternehmen seinen neuen Standort in Haiger.

  • Mitarbeiter im Lahn-Dill-Kreis: 501
  • Mitarbeiter weltweit: 2352
  • Umsatz: 216 Millionen Euro
  • Gewinn: 19,7 Millionen Euro

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